Gestorbene Mediengeilheit

Es gibt hierzulande einen monopolistischen Sender, der seit heuer von allen Haushalten des Landes einen unrechtmässigen Pflichtbeitrag einhebt und sich so seine (aufgrund schlechter Informationsqualität) marode gewordenen Finanzen saniert. Gleichzeitig zwangsmotiviert er dadurch die Bevölkerung, sich alles anzusehen, was dieser Sender so "formatiert". (Unrechtmässig: auch wer diesen Sender nicht konsumiert muss den Beitrag zahlen. Ein Zwangsbeitrag zur Förderung von Massenmanipulation müsste per Verfassungsrecht untersagt werden, denn solcher Mittel bedienen sich Diktaturen wie Ungarn, Serbien und die Slowakei, aber nicht moderne zivilisierte Demokratien.)

Top-Nachricht vorgestern verkündete an erster Stelle, dass ein in diesem Sender oft präsent gewesener "mediengeiler" Wiener Oligarch aus der Bauwirtschaft gestorben ist. (Ich nenne keine Namen, denn ich möchte nicht in den Indizes von Suchmaschinen erscheinen, die zu seinem unverdienten Ruhm beitragen könnten.) Warum sollte mich dieser Tod interessieren? Täglich sterben viele Menschen, und dieser ist keineswegs erwähnenswert. Jeder weiß, daß dieser Oligarch über schlechte oder gar nicht bezahlte Gehälter an ausländische Arbeitskräfte und Korruption in Form von Preisabsprachen in Opernlogen zu seinem Reichtum gekommen ist, den er für noch mehr ausschweifendes Leben und Medienpräsenz zur Festigung seiner Macht genutzt hat. Alle Wiener Strizzis und Machos haben sich durch ihn in ihrer Lebenshaltung bestätigt gefühlt. Ist das ein Vorbild, das man dem zwangsbeglückten Publikum als erstrebenswerte Existenz präsentieren muss? Nennt sich das Ausübung des Bildungsauftrages? Bezahlen wir für solche Informationen unseren Zwangsbeitrag?

Von einem Massenmedium mit staatlich gefördertem Bildungsauftrag hätte ich mir eine bessere Informationsqualität erwartet. Sogar der Bundespräsident würdigte den Oligarch. Von diesem Präsidenten hatte ich bislang eine gute Meinung, aber er ist scheinbar auch nur ein bezahlter Vasall des Medienmonopols, das in diesem Land die wirkliche Macht hat. Um diesem Medienmonopol seine Macht zu nehmen wäre es höchste Zeit, die direkte Demokratie einzuführen, am besten zusammen mit der nun geplanten und offenbar unvermeidlichen Spionage-Software für Telefone. Dann würden die österreichischen monarchistischen Gesellschaftsstrukturen mit der Zeit vielleicht ein wenig zeitgemäßer werden. Ich glaube zwar nicht, dass die 88% besseren Autofahrer das Land gut regieren würden, aber wir würden durch häufige Abstimmungen besser über die wirklichen Zustände im Land bescheid wissen. Und würden bessere Dinge zu tun haben als zu recherchieren, wie alt der verehrte Baumeister geworden ist.

Ich empfehle folgende europäische Informationsmedien für Österreich:

Da hört man weniger ungefilterte russische Propaganda-Lügen und viel mehr Hintergrundinformationen. Vor allem bringen die alle halben Stunden aktuelle Meldungen, auch an Wochenenden.




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