Diktatorische Szenen
Manchmal sieht man auf den Internet-Videoportalen Szenen, die sich festsetzen und mit den eigenen Bewusstseinszuständen mischen. Die fallen einem dann immer wieder ein, wenn der Zusammenhang es begünstigt.
Die erste Szene, die mir nicht aus dem Kopf geht, ist die im Oval Office im Weissen Haus am 5.Juni 2025 mit Donald Trump, dem derzeitigen Präsidenten der USA, und dem deutschen Bundeskanzler Merz, vor versammelter Presse. Merz sagt "Tomorrow is D-Day ..." (Jahrestag der Anlandung der Amerikaner an der französischen Küste im Zweiten Weltkrieg) und setzt fort mit "... when the Americans once ended the war in Europe ...", da unterbricht Trump ihn mit "This was not a pleasant day for you, ah?" und sagt grinsend etwas wie "not a great day" zur Presse mit Finger aus Merz, ohne auf dessen Antwort zu warten. Merz setzt fort mit "No, this was not - ", erkennt seinen Fehler aber sofort und verbessert zu "... this was the liberation of my country from Nazi dictatorship".
Nun könnte man sagen, Trump stellt seinen Gesprächspartnern vor der Presse gern Fallen, um sich selbst als Großmeister darzustellen. Meiner Meinung nach aber war die Bemerkung "This was not a pleasant day for you" anders gemeint. Trump spielte auf die militärische Überlegenheit der Aliierten an, die nach langen mühsamen Kämpfen die Deutschen mit Flächenbombardments zur Kapitulation zwingen konnten. Insgeheim bewundert er aber Hitler für die Eroberung Europas und denkt, auch Merz müsste das so sehen. Nicht nur diese Szene, auch vieles andere spricht dafür, dass Trump ein Südstaaten-Faschist mit Tarnkappe ist.
Die zweite Szene ist ein tonloses Video aus dem Jahr 2025, von grosser Ferne aufgenommen, etwa 20 Sekunden lang. Es zeigt Wladimir Putin, den derzeitigen Präsidenten Russlands (gesuchter Kriegsverbrecher), und Xi Jinping, den derzeitigen Präsidenten Chinas, wie sie nebeneiander durch einen Säulengang gehen. Keine Leibwächter, es muss irgendein BRICS- oder SCO-Treffen in China sein, ich finde das Video nicht mehr auf YouTube. Putin redet intensiv auf Jinping ein, sieht ihn von der Seite an, hebt sogar bekräftigend die Hände. Jinping schweigt. Sie gehen weiter, Putin setzt nocheinmal an, wendet ihm wieder den Kopf zu. Jinping reagiert wieder nicht. Beim nächsten Schritt wendet er den Kopf von Putin ab und blickt in Richtung Kamera, dann wieder geradeaus. Er wirkt gelangweilt.
Das ist natürlich ein sehr persönlicher Eindruck, die Körpersprache der beiden alleine nebeneinander gehenden Diktatoren sagt aber doch einiges aus. Ich stelle mir vor, dass Putin Jinping davon überzeugen wollte, dass jetzt (Russland im dritten Ukraine-Kriegsjahr) der richtige Zeitpunkt für die Eroberung Taiwans sei. Putins Ziel ist ja die Übernahme der westlichen Welt durch die Ostmächte unter der Führung Russlands. Dazu braucht er einen Dritten Weltkrieg. Jinping will aber offensichtlich keinen Krieg. Er scheint sich sicher zu sein, dass er Taiwan durch Wirtschaftskraft friedlich erobern kann. Da langweilt man sich schon, wenn der Kollege einem seinen Willen aufzwingen möchte.
Nicht zuletzt möchte ich an das Zitat des türkischen Präsidenten Erdogan erinnern, ich glaube das war ebenfalls 2025. Erdogan sitzt auf einem seiner Throne mit Armstützen und sagt "Die einzigen wahren Führer auf diesem Planeten sind Wladimir Putin und ich." Denkpause.
Die Türkei ist Mitglied des Verteidigungsbündnisses NATO.
Sie wäre zu militärischem Beistand gegen Russland verpflichtet,
wenn diese im europäischen Baltikum einmarschieren.
Wie sagte der französische Präsident Macron vor einigen Jahren, die NATO sei "hirntot"?
Man kann nur mehr der Ukraine danken, dass sie Russlands Öl-Industrie so zerschossen hat,
dass dieser Terrorstaat jahrelang nicht mehr aus der Krise herauskommen wird.
Denn die NATO wird spätestens nach dem von Trump veranlassten Austritt der USA
zu einer zahnlosen europäischen Friedensinitiative werden,
ähnlich den UNO-Truppen im Jugoslawien-Krieg.
Unseren Politikern ist das klar und sie tun auch etwas dagegen,
aber Industrie und Wirtschaft verkaufen ganz gern Kugellager und Elektronikbausteine
an Kasachstan und Kirgistan (russische Vasallenstaaten).
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