Dem Führer 490 Jahre

Es gibt nichts erschütternderes als Statistiken, folgende kommen von oxfam:

Im vergangenen Jahr strich ein CEO 8,4 Millionen Dollar an Gehalt und Boni ein. Ein normaler Arbeitnehmer müsste 490 Jahre arbeiten, um denselben Betrag zu verdienen.

Diese Zahlen sind ein weltweiter Durchschnitt.

Zwischen 2019 und 2025 sanken die Reallöhne der Arbeitnehmer weltweit um 12 Prozent, während die der CEOs um 54 Prozent stiegen.

Für Deutschland wurde der Zuwachs der CEOs 2025 sogar mit 56 Prozent angegeben. Wundert es irgendjemand noch, dass dort dauernd gestreikt wird?

Was ist ein CEO (Chief Executive Officer)? Ein zeichnungsberechtigter Geschäftsführer, Vorstandsvorsitzender, Generaldirektor oder Präsident, ich möchte ihn, um alle Ablenkungen auszuschalten, vereinfachend Führer nennen.

Dass Geld Macht bedeutet ist klar. Die Macht im Staat liegt derzeit weltweit in den Händen von geldbesitzenden Oligarchen (Magnaten, Tycoone, Plutokraten). Das sind unsere Führer, und sie beanspruchen immer mehr von den Lebensgrundlagen für sich, die eigentlich uns allen gehören.

Das Gerede vom Dritten Weltkrieg nimmt proportional zur ungleichen Verteilung der Werte zu. Beide bisherigen Weltkriege wurden durch Wirtschaftskrisen, Inflation und die daraus entstehende Armut ausgelöst. Die Menschen in Europa hungerten und hatten keine Wohnungen mehr, so war es 1914 und 1932. Der letzte europäische Führer wurde demokratisch gewählt, weil er den Menschen Arbeit und unentgeltliche Ausspeisung versprach. Zwar wurde die Wirtschaftskrise durch die dann eingeführte Zwangsarbeit überwunden, aber die Menschen verloren ihr Leben dafür im darauf folgenden Krieg.

Geld ist ein vom Menschen erfundener abstrakter Wert zur Abwicklung von Warentausch. Es existiert seit vielen Jahrtausenden und wird, zusammen mit Waffen, auch ebenso lange von Führern missbraucht, um Menschen auszubeuten und zu versklaven. Die moderne Zivilisation hat daran nichts geändert, allerdings ist heute eine viel grössere Anzahl von Menschen von einem ausgeglichenen Geldfluss abhängig als vor tausenden Jahren, denn wir sind Dienstleistungsgesellschaften geworden. Geld ist an sich nichts schlechtes. Es verhält sich wie mit den Hunden: das Problem befindet sich hinten an der Leine.

Es ist nicht zu erwarten, dass ein Heiland herabsteigen und alle Hunde dieser Welt vertrauenswürdig führen wird, so wie uns die verschiedenen Religionen das seit Jahrtausenden versprechen. Die sich seit den 1970er Jahren auftuende Einkommensschere wird das Leben der normalen Menschen letztlich unmöglich machen. Mit dem gleichzeitigen Aufrüstungstrend wegen des imperialen Russlands, dem abnehmenden Wohlstand wegen der aufstrebenden chinesischen Zivilisation und dem Aufkommen von Radikalparteien in ganz Europa wird der Sog des Krieges unwiderstehlich werden.

Wohin ohne Führer? Die Menschen sind unglücklich, wenn es niemanden gibt, der ihnen sagt, was zu denken und zu tun ist. Derzeit übernehmen die Medien und die Politiker diese Aufgabe, aber der Sprung von unabhängigen Medien zu Propagandmaschinen und von Politikern zu Hetzrednern ist ein kleiner. Diesem Druck kann nur eine gut gebildete Gesellschaft widerstehen. Man kann nicht sagen, dass die Menschen Bildung ablehnen, aber in einer Wohlstandsgesellschaft voll verschiedenster Lebensbilder und Influencer-Führung glauben zu viele auch ohne Allgemeinwissen auskommen zu können. Leider hat das keine Zukunft. Auch für die Führer nicht.

Comments

  1. Deutsche Bauteile von Infinion (Siemens) und Bosch in russischen Drohnen, die in ukrainischen Wohnsiedlungen einschlagen und Menschen töten - für dieses Nichtwissenwollen werden die CEOs offensichtlich belohnt!

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