Trumputinismus

Dass ein Wal in der Lübecker Bucht gestrandet ist war für die Medien eine willkommene Abwechslung zur ständigen Iran-Kriegsberichterstattung. Warum der Wal gestrandet ist, haben sie nicht berichtet. Die Lübecker Bucht war 1945 eine der Hauptentsorgungsplätze für nicht verwendete Nazi-Munition. Die Aliierten haben das Zeug dort einfach ins Meer gekippt. Natürlich enthält diese Munition hochgiftige Stoffe, nicht nur TNT, und "natürlich" treten diese aus ihren von Salz und Rost zerfressenen Hüllen längst aus und vergiften das Wasser. Insgesamt wurden in Nord- und Ostsee 1,6 Millionen Tonnen Munition entsorgt. Eins-komma-sechs Millionen Tonnen, oder 1,6 Milliarden Kilogramm. Davon wird jedem Wal schlecht. Und die Zukunft wird uns noch viel dieser immer stärker austretenden Vergiftung bescheren. Übrigens lagern im Ärmelkanal 17.000 Tonnen britischer und französischer Atommmüll, und an der Atlantikküste der USA 200.000 Fässer mit jeweils 200 Liter Inhalt. Prost Mahlzeit. Der Wal, der 2019 vor Sardinien in Italien gestrandet ist, soll übrigens an Plastikmüll gestorben sein.

Immerhin haben die Medien bei dem Wal in der Lübecker Bucht nicht gelogen, sie haben nur ein wenig die Wahrheit weggelassen. Ganz im Gegensatz zum Präsidenten der USA, der lügt, dass sich die Balken des Weissen Hauses biegen. Wie kann es sein, dass er noch immer nicht seines Amtes enthoben ist? Nach der Epstein-Affäre, nach Befreiung aller gesetzlich verurteilten und keineswegs reuemütigen Kapitol-Stürmer von 2021, nach Ignoranz der Gewaltenteilung und ganz offen praktizierter Korruption, nach den ICE-Morden, nach Raub der venezuelanischen Ölvorkommen, nach zwei völkerrechtswidrigen Bombardierungen des verhandlungsbereiten Iran will er sich jetzt auch noch auf dem US-Dollar mit seiner Unterschrift verewigen. Der Wert des Dollars wird in Zukunft also vom Pleitier Donald Trump garantiert. Demnächst wird er die USA in "Trumpland" umbenennen. Die USA sind mehr ein Experiment als ein Staat, ebenso wie die iranische Revolution.

Nicht nur, dass die Trump-Mafia die Europäer, die Ukraine und die NATO ständig herabwürdigen, sie werfen ihnen auch noch vor, sie in ihrem Iran-Wahnsinn nicht zu unterstützen, obwohl sie sich um solche Unterstützung gar nicht bemüht haben. "Wenn ihr nicht ständig hinter uns herläuft seid ihr keine Partner" kommt unter dem Summenstrich heraus.

Aber damit will ich mich gar nicht mehr beschäftigen. Ich habe versucht herauszufinden, in welcher Seehöhe die Iraner leben. Die Internet-Suchmaschine bietet ja immer Vorschläge an, noch während man tippt. Ich tippe also "Iran durchschnittlich" und bekomme als Vorschlag "Iran durchschnittlicher IQ". Ich mache darauf aufmerksam, dass es keine einheitliche Definition des Begriffes "Intelligenz" gibt, daher auch keine von "IQ" (Intelligenz-Quotient), darum ist dieser Komplettierungsvorschlag vollkommen ungeeignet und in sehr negativer Weise manipulativ. Aber der Künstlichen Intelligenz, die diese Vorschläge erzeugt, ist das egal, denn sie hat den Begriff "Intelligenz" ja bereits für sich in Besitz genommen.

Die Iraner leben in einer durchschnittlichen Seehöhe von 1300 m, habe ich erfahren, nachdem ich meinen Suchbegriff der Suchmaschine aufgezwungen hatte. Das ist ein ödes und lebensfeindliches Land mit wenig Vegetation und vielen Schotterbergen. Dem entsprechend sind die Charaktere der Bewohner. Sie haben die Israelis immer beschimpft, ebenso wie Inder und Pakistani einander beschimpfen. So ist Nationalismus eben. Kein Grund für Krieg. Die Iraner haben in alter Zeit den Raum bis zum Mittelmeer beherrscht, und dieser Einfluss besteht auch heute noch. Die Israelis sind von den Briten nach dem 2. Weltkrieg als sozusagen heimkehrendes Volk an der Ostküste des Mittelmeeres im Land der Palästinenser angesiedelt worden, die sich jetzt unter israelischem Beschuss immer mehr in eine Leichen- und Gift-Küste verwandelt, weil sich so eine Ansiedelung natürlich nicht ohne Gegenwehr der dort heimischen Bevölkerung durchführen lässt. Diese Gegenwehr wurde immer vom islamistischen Iran unterstützt.

Die Fundamentalisten der Israelis unterscheiden sich in keiner Weise von den islamistischen Fundamentalisten, ausser dass sie sich weigern Kriegsdienst zu leisten. Das sollen die Ungläubigen machen. Der jüdische Glaube wartet noch immer auf den messianischen Erlöser, der dem Volk der Juden den ewigen Frieden bringen soll. Der israelische Anführer Netanyahu hat starke Verbindungen zu den jüdischen Fundamentalisten und vertritt ihre politischen Interessen. Er hat Aussagen getätigt, die annehmen lassen, dass er den Irankrieg auch aus religiösen Motiven heraus begonnen hat. Dass die Diktatur in Teheran sehr böse ist zweifelt niemand an. Aber Nordkorea ist auch sehr böse, und Russland auch, und gegen die will derzeit niemand Krieg führen. Weil sie Atombomben haben? Das wäre ein sehr dummer Grund. Da wäre man auf der Trump/Putin-Ebene, und das ist in meiner Vorstellung die niedrigste Stufe der Zivilisation: Trumputinismus.

Der Trumputinismus wird uns aber nicht weiterhelfen. Gerade habe ich den Begriff Putin-Romantik gehört, die österreichische Zeitung "Die Presse" hat ihn verwendet. Nicht nur der Ukraine-Krieg, die ganze Welt fällt uns auf den Kopf. Gestrandete Wale schaffen es nicht, uns darauf aufmerksam zu machen, und die Medien wollen nicht beunruhigen sondern unterhalten.

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