Dunkle Zeiten
Was ich für ein Glück habe in einer beinahe krieglosen Zeit mein Leben leben zu dürfen. Ausser dem Jugoslawien-Krieg 1991 und Spionage hat sich seit 1945 fast nichts getan in Europa. Jetzt ist es anders geworden. 2014 hat sich Russland in ein Monster verwandelt und die Ukraine angegriffen. Nun haben die USA nachgezogen. Beide sprechen verharmlosend von "Operationen", nicht von Krieg. "Das Böse" medizinisch entfernen.
Wie ich bereits vor einem Jahr vermutet habe hat der Immobilienspekulant, den die Amerikaner zu ihrem Präsidenten gemacht haben, nun wirklich am 28.Feber 2026 den Iran angreifen lassen (alles muss man selber machen lassen). Als Politiker oder Diplomat ist er völlig unfähig, das zeigen seine planlosen Äusserungen gegen den Iran deutlich. Hetzt die Kurden auf und verspricht ihnen nicht einmal die Anerkennung eines eigenen Staates. Ich hör mir das gar nicht mehr an, wann immer er zu sprechen beginnt spule ich das Video nach vorn, denn ich weiss da kommen nur leere Phrasen, immer dieselbe Seifenoper. Die USA müssten eine Eignungsprüfung für Präsidenten einführen, oder, realistischer, dem Präsidentenamt seine viel zu vielen Machtbefugnisse wegnehmen. Aber Trump wird das nicht machen, und in den USA wird es wahrscheinlich nicht mehr so bald demokratische Wahlen geben. Sein Clan hat bereits angekündigt, dass in Zukunft ICE-Schlägertrupps die Wahllokale bewachen werden.
Nicht so durchgeknallt ist der Kriegstreiber Netanyahu. Der will das Staatsgebiet Israels vergrössern und ist bereit zum Völkermord an Palästinensern und Libanesen, um dieses Ziel zu erreichen und sich von seinem "auserwählten Volk" dafür beklatschen zu lassen. Ebenso wie Putin will er in die Geschichtsbücher kommen. Das wird ein immer häufigeres Motiv für Gewaltanwendung, denn unsere Geschichtsschreibung beschäftigt sich ja vornehmlich mit Gewalt, ebenso wie unsere Filmproduktionen. Und die Medien fragen andauernd danach, wer der nächste Führer im Iran sein wird, obwohl jeder weiß, dass nichts besseres nachkommen wird. Führer sind populär, mit Führern erzielt man Einschaltquoten. Und sie zittern wegen der Atombombe, vor der man bei genauerer Analyse gar keine Angst zu haben braucht. Mit Massenvernichtungswaffen erzielt man Einschaltquoten. Es ist übrigens nicht zu verstehen, dass man so viele autoritäre Staaten Atombomben haben lässt (man erkläre mir einmal den Unterschied zwischen Pakistan und Iran), dem Iran das aber verbieten will, nur weil er den winzigen eben erst angesiedelten Staat Israel nicht mag. Was hätte der Iran denn davon, wenn er Israel vernichtet? Eigensinniges Mullah-Gerede. Die notwendige Trennung zwischen Staat und Religion noch nicht begriffen.
Was wird nun geschehen? Der Nationalismus lebt in Hochform wieder auf. Landlords und Übermenschen aller Länder vereinigen sich. Der Iran hat jetzt einen wirklich handfesten Grund Israel vernichten zu wollen. Was vorher einfach nur nicht ernst zu nehmendes religiös-fanatisches Gerede von hasskranken Mullahs war ist nun ein echter Kriegsgrund geworden. Weder die USA noch Israel werden den Iran vernichten können. Es werden Jahrzehnte vergehen und der Iran wird sich ebenso wie Russland in ein Monster verwandelt haben. Putins Nachfolger wird zu dieser Zeit bereits Krieg gegen Europa führen, und die USA werden in einen lang andauernden Bürgerkrieg mit sich selbst verwickelt sein. Natürlich wird wieder etwas ganz neues und viel besseres daraus entstehen, wie immer in unseren Filmen, aber die Zerstörung des Planeten nach diesem kommenden Krieg wird gewaltig sein. Wer die von Explosionen auf Hausdächer geworfenen Autowracks im Südlibanon gesehen hat, der weiss, was ich meine. Die Waffen sind unglaublich zerstörerisch, grausam und zufallsbestimmt geworden. Keine Spur von Präzisionsschlägen. 160 tote Kinder im Südiran von einem einzigen Einschlag. Die Geschosse mögen ja präzise sein, wenn sie richtig gefertigt wurden, aber die Menschen, die sie abschiessen, sind es nicht. Und die Künstliche Intelligenz, die das in Zukunft machen wird, wird zwar präzis sein, aber von Größenwahnsinnigen programmiert sein, die genauso freigiebig mit Todesurteilen sein werden wie es die katholische Kirche im europäischen Mittelalter war.
Alle anspruchsvollen Schriftsteller und Journalisten unserer Zeit sprechen andauernd von "dunklen Zeiten". Ich habe mich schon öfter gefragt, woran sie dabei denken, aber angesichts dieses langsam schwelenden Weltkrieges kommen mir ganz ähnliche Gedanken. Die dunklen Rauchwolken über Teheran sind ein nicht mehr gut zu machender Fehler. Niemand weint den Mullahs nach, aber die Zivilbevölkerung darf nicht für deren Fehler gerichtet werden. Mit so einer Vorgangsweise verewigt man die Fehler der Fanatiker und erntet wieder Gewalt.
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