Monarchie
Unglaublich, wie populär Monarchie wieder geworden ist, nachdem Europa Caesar, Karl den Großen, Napoleon, Hitler, Mussolini, Franco überlebt hat, aber offenbar nichts daraus gelernt hat. Was man von all diesen Schlächtern lernen kann? Dass es ein Fehler ist, alle Macht einem einzelnen Menschen zu übertragen.
Warum ist das ein Fehler? Wenn man einem einzelnen alles übertragen kann, brauchen sich ja viele nicht mehr darum zu kümmern, das ist doch besser als wenn sich jeder immer um alles kümmern müsste. So denken wir moderne Menschen, die wir die Massenproduktion in Fliessbandfabriken und den Traumurlaub am plastikbereinigten Sandstrand erfunden haben. Da kann man König sein. Das wollen wir. Komm auch du in die Königreichshalle.
Seit Jahrtausenden leben die Menschen ameisenhaft unter Kaisern, Königen, Zaren, "Großen Führern". (Die chinesische Pangu Mythologie erzählt sogar, dass die Menschheit das am Ur-Wesen haftende Ungeziefer war.) Den russischen Massenmörder Stalin hebt man wie einen ägyptischen Pharao in einem Mausoleum auf, auch dem Chinesen Mao Zedong und dem Spanier Franco wird die Umsorgung einer Königsbiene zuteil. Man kann also nicht sagen, dass "das Volk" seinen Führer, der es immer massenhaft ins Unglück geführt hat, ablehnt. Im Gegenteil, sie sehen in den Monarchen das eigene Idealbild. Sie glauben, dass das Leben auf Vertrauen zu den Mitmenschen aufgebaut sein muss, damit haben sie recht. Und dass man dafür eine stellvertretende Person braucht, der alle vertrauen und die für Recht und Ordnung sorgt, damit haben sie allerdings nicht mehr recht. Denn dafür wurde die Gewaltenteilung ersonnen. Aber nachdem die Augenbinde der Justitia immer noch als Blindheit des Gesetzes verstanden wird und es leider oft auch ist, wird es noch Jahrhunderte dauern, bis sich dieses Prinzip durchgesetzt hat.
Man könnte annehmen, dass Europa aus den vielen seit
1618
immer grauenhafter werdenden Kriegen gelernt haben könnte,
dass Monarchie ein Denkfehler ist, eine evolutionäre Sackgasse.
Bei so vielen aufgeklärten weltberühmten Denkern wie
Voltaire, Rousseau, Kant und Marx könnte man doch annehmen,
dass auch "das Volk", zumindest das europäische, inzwischen ein wenig klüger geworden ist.
Denkpause.
Norwegen: 80 % Zustimmung zur Monarchie. Die monarchiebegeisterten Engländern derzeit nur mit 60 %.
Beiden Königshäusern schadet das Bekanntwerden der
Epstein-Skandale offenbar nicht im Geringsten,
man hat sogar den Eindruck, dass sich deren Herrschsucht auf den
"Boulevard" konzentriert.
Was ja gut wäre, würde das Volk nicht den Boulevard so lieben.
Dänemark ist ein Königreich, Schweden hat einen König,
Luxemburg, Belgien, Spanien, Liechtenstein, alle haben sie Könige.
Wen wundert es da noch, dass in Nordamerika ein seniler Gewaltanbeter demokratisch gewählt wird,
der sich als "König von Amerika" entpuppt?
Der neue Präsident, dessen Amt dort viel zu viel Macht hat,
sucht eher die Nähe zum britischen Königshaus als die zum europäischen Parlament.
Anlass könnte sein, dass das weitgehend unbekannte royalistische
britische Weltreich
größer als Russland ist, es umfasst neben vielen kleinen
Militärstützpunkten wie Gibraltar und den Falklandinseln auch
Kanada, Australien, Indien und Teile Afrikas.
Liebe Leute, wir haben das verdient. Wir haben verdient, dass uns die ICE-Rockerbanden auf den Straßen von Minneapolis einfach erschießen, dass russische Bomben uns Licht, Wasser, Heizung und Internet abdrehen, dass aus China neben all dem billigen Konsum-Müll auch unbekannte Krankheiten kommen, wir haben es verdient, dass unsere Böden mit Glyphosat und PFAS belastet sind, dass überall Fische nicht nur sterben sondern auch aussterben, dass radioaktive Atommüll-Zeitbomben an beiden Atlantikküsten lagern, dass Schiffe ausbrennen weil die transportierten Elektrofahrzeuge ganz von alleine Feuer fangen, dass Immobilienmagnaten den Menschen das Leben unmöglich machen wo immer man hinkommt. Wir haben für das alles schwer gearbeitet und uns das daher auch wahrlich verdient. Weil jeder von uns immerzu König sein will.
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