Alexander the Great Again

Der faschistische Iran (Persien) wird von der faschistischen Oligarchie in den USA bedroht. Da denkt man sich, am besten sie löschen sich gegenseitig aus, Peng Peng und beide fallen um, so wie das gewaltverherrlichende Hollywood es in unzähligen Wildwestfilmen vorgezeigt hat. Aber das würde heutzutage mit all diesen unvorstellbar grausamen Massenvernichtungswaffen sehr anders aussehen, und ganze Landstriche wären danach zerstört und vergiftet, zusammen mit Millionen Toten, so wie das in der Ukraine derzeit geschieht. Landstrich, was ist das nur für ein Wort.

Etwa 12 % der iranischen Bevölkerung tyrannisiert die Mehrheit von 88 %, bei 87,8 Millionen Einwohnern müsste man also etwa 11 Millionen "beseitigen", und es ist nicht anzunehmen, dass die gesamten Revolutionsgarden da darunter sein würden. Gegen den Iran Krieg zu führen ist eine Dummheit, ihn hart zu sanktionieren und ihn zu spalten wäre das Richtige. Das gelingt dem uneinigen "Westen" leider nicht, weil sein Sozialsystem auf Konkurrenz und nicht auf Zusammenarbeit beruht. Die Unternehmen konkurrieren miteinander aus Profitgier im Unterlaufen von Sanktionen. Und gegen Spaltung setzt sich erstaunlicherweise die UNO mit ihrem Sezessionsrecht ein.

Vor etwa 2.360 Jahren ist schon einmal jemand in den Iran marschiert, das war Alexander der Große 334 vor Christus, also 234 Jahre bevor Julius Caesar geboren wurde. Alexander stammte aus Europa, aus Nordgriechenland, damals Makedonien.

Ich will hier keinen neuen Alexander-Roman beginnen, denn es ist wohl über keinen anderen Menschen so viel geschrieben und gelogen worden wie über ihn. Da es mehrere Menschenleben erfordern würde, all diese Literatur zu lesen und zu verifizieren, habe ich nur in Wikipedia geschmökert. Nachfolgend einige plausibel klingende Fakten, aus denen man vielleicht etwas lernen könnte.

  • Makedonien war eine als barbarisch bezeichntete Monarchie im Nordosten des demokratischen Griechenlands
  • Es verfügte über bedeutenden Metallvorkommen, die zur Waffenerzeugung verwendet wurden
  • Alexander der Große (356 - 323 v.Chr.) wurde nur 33 Jahre alt und war schon mit 18 Jahren im Krieg
  • Er war bisexuell, es wird angenommen, dass er seinen Freund Hephaistion schon in Jugendjahren in einer von Aristoteles geleiteten Schule für adelige Makedonier kennengelernt hat
  • Bei Teilnahme an Unterwerfungsfeldzügen in Rumänien und Bulgarien hatte Alexander die überlegene Wirkung der von seinem Vater eingeführten Schlachtformation der Phalanx miterlebt
    • Dabei tragen 5 Reihen Soldaten hintereinander mit der linken Hand Schilder und mit der rechten bis zu 7 Meter lange metallbewehrte Lanzen
    • Sie schreiten wie eine Stachelwalze gegen den Gegner voran, die vorderen Lanzenträger haben die Lanze gesenkt, die hinteren schieben die vorderen weiter und senken ihre Lanzen erst bei Feindberührung
    • Andere Formationen und Reiter mit Schwertern und Pfeil und Bogen ergänzen und schützen diesen Kern
    • Die Überlegenheit der Phalanx konnte erst von den Römern hunderte Jahre später besiegt werden, indem man die sehr unbewegliche Schlachtformation ins unebene Gelände lockte und dort aufbrach
  • Mit der Phalanx hatte Makedonien eine damals allen Völkern überlegene Massenvernichtungswaffe
  • Wie alle makedonischen Krieger trank Alexander unmäßig viel Alkohol
  • Es ist nicht unwahrscheinlich, dass er ein Mordkomplott gegen seinen Vater veranlasst hat, weil seine Mutter keine Makedonierin war und er um seine Thronfolge fürchtete
  • Mit zwanzig Jahren wurde er nach dem Mord zum König gekrönt und ließ sofort alle Kritiker exekutieren
  • Dann unterwarf er Griechenland und zerstörte die Stadt Theben vollkommen.

Danach rüstete Alexander für einen unglaublichen 11 Jahre dauernden Feldzug gegen Persien, auf dem er nach der Eroberung Kleinasiens, Ägyptens, Persiens und Teilen Zentralasiens bis in den indischen Punjab vordrang, das sind von Saloniki aus etwa 5000 km in gerader Linie. Der Weg glich aber eher dem Umherschweifen eines verirrten Tieres als einer geraden Linie. Ich habe ihn versucht auf GoogleMaps nachzuzeichnen und bin auf etwa 16.000 km gekommen, die dieses Heer in 11 Jahren zurückgelegt haben muss.

  • Ganz Kleinasien und manchmal sogar Ägypten war damals von Persien besetzt
  • 35.000 Griechen und Makedonier setzten 334 v.Chr. über die Dardanellen nach Kleinasien über, 12.000 blieben als Sicherung Griechenlands zurück
  • Die beiden Belagerungstürme vor der Hafenstadt Tyros im Südlibanon sollen 45 m hoch gewesen sein
  • Kein einziges Heer widerstand der makedonischen Phalanx, auch nicht wenn mit Elefanten ausgestattet
  • Alexander behauptete von Zeus abzustammen und ließ sich überall wo er hinkam als Gott ausrufen
  • Er heiratete unterwegs mehrmals ansässige Prinzessinen
  • Nachdem die Perser unterworfen waren, verlangte Alexander von jedem, der ihm gegenübertrat, auch von den eigenen Leuten, das persische Unterwerfungsritual, bei dem der Empfangene das Gesicht auf den Boden drücken musste
  • Er verfolgte den Perserkönig Dareios durch das Land, bis dieser von seinen eigenen Verbündeten getötet wurde
  • Er verfolgte daraufhin auch diese Verbündeten und bestrafte sie grausam, Verstümmelung und Kreuzigung scheint damals normal gewesen zu sein
  • Nach diesem Ausflug nach Norden bis Samarkand wandte er sich gegen Indien und machte Bekanntschaft mit der dortigen Yoga-Kultur, die er respektierte, jedes Heer aber niedermachte, das sich ihm entgegenstellte
  • Das Fortkommen in Indien wurde beschwerlich, einerseits wegen der breiten Flüsse, andererseits weil die Truppen bereits von Persern und anderen Völkern durchsetzt waren und oft meuterten
  • Am Rückweg musste die Truppe in Belutschistan eine Wüste durchqueren
  • In Ekbatana (Hamadan) im Westen Persiens starb 324 v.Chr. sein Freund Hephaistion nach einem Trinkgelage, Alexander liess angeblich daraufhin dessen Leibarzt kreuzigen
  • Etwa ein halbes Jahr danach im Juni 323 v.Chr. starb Alexander ebenfalls nach massenhaftem Alkoholgenuß in Babylon

Natürlich hat diese fantastische Welteroberung und Forschungsfahrt einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Angeblich haben Julius Caesar und einige seiner Nachfolger das Grab Alexanders besucht, das im ägyptischen Alexandria gewesen sein soll (die Stadt war nach Alexander benannt). Das Grab ist heute verschollen.

Alexander der Große wurde sowohl als Heilsbringer monotheistischer Religionen verehrt als auch als Teufel der menschlichen Zivilisation verdammt. Ich schließe mich da der zweiten Auslegung an. Von Alkohol getriebener mit überlegenen Waffen ausgeübter sexualisierter Größenwahn, das erinnert doch sehr stark an den aktuellen Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine unter dem Diktator Putin. Und "König" Trump in den USA tut sein möglichstes, um diesen Größenwahn noch zu übertreffen, indem er die überzeugendste und verteidigungsfähigste Demokratie der Welt in eine faschistische Diktatur umzuwandeln versucht, nebenbei den Völkermord der Israelis an den Palästinensern unterstützt, und sich für all das auch noch den Friedensnobelpreis erwartet.

Warum ist das so? Warum werden diese Schlächter in Honig einbalsamiert und hunderte Jahre in Mausoleen und Glas- oder Goldsärgen aufgehoben und vom Volk bestaunt? Sind das Menschen von höherem Wert, weil sie Millionen unschuldige Menschen umgebracht haben? Sind das unsere Vorbilder? Tyrannen, Monarchen, Diktatoren, Kriegsverbrecher, Folterknechte, Tiere in Menschengestalt?
Nehmen wir den verklärten vielbesungenen Richard Löwenherz aus England, der ja eigentlich mehr in Frankreich gelebt hat, sofern er nicht gerade das Mittelmeer verunsichert hat. Der ist gestorben an einem Armbrustpfeil, abgeschossen von einem Kind. Als Grund für die Tat brachte das Kind vor, dass Richard ihm die ganze Familie ausgelöscht hatte. Wer ist hier der Held, Richard oder das Kind?

Wenn wir all diese Massenmörder so verehren, weil sie uns Kriegsbeute und Sklaven bringen, werden wir uns zwangsläufig irgendwann selbst vernichten. Bislang hat sich die Menschhheit von ihrem Mordrausch immer noch irgendwie erholt, aber langsam wird es eng mit Atomwaffen, Überschallraketen und hunderten Drohnen täglich, jeweils mit Tonnen von Sprengstoff beladen. Eine makedonische Phalanx könnten heute zwei Soldaten mit einem schweren Maschinengewehr innerhalb von Minuten "auslöschen". Danach würde der Schütze einen Schluck Schnaps aus dem Flachmann nehmen und sagen "You're Ok, Alex?"


Wen es interssiert, die authentischesten Biographie Alexanders ist die Anabasis von Arrian.

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