Warum der Krieg bleiben wird
Nichts dauert ewig, aber der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine wird erst dann enden, wenn die Russen ihre immer wieder ausgerufenen und völlig unannehmbaren Kriegsziele erreicht haben. Danach werden sie Krieg in alle Teile der Welt zu exportieren versuchen, denn mit Waffenhandel verdient man unglaublich viel Geld, und das brauchen sie, um ihren Kampf fortzusetzen. So wie die Deutschen im 2.Weltkrieg verstehen die Russen nur Gewalt, und nur damit könnte man sie zur Vernunft bringen.
1. Grund: Stolz, Zorn
Der ehemalige Präsident der USA Obama hat einst die Wunschvorstellung ausgesprochen, dass Russland eine Regionalmacht sein könnte. Das hat den Stolz des russischen Diktators Putins verletzt. Jetzt versucht er zu beweisen, dass er eine zornige atomare Schutzmacht für alle Völker ist, die "vom Westen" unterworfen wurden.
Stolz ist die erste der sieben Todsünden der christlichen Religion, Zorn die vierte.
2. Grund: Habgier, Neid
Die Ukraine ist ein weites, ebenes, fruchtbares Land, auch reich an Bodenschätzen. Die Russen betrachteten die Ukraine schon immer als IHREN Gemüsegarten. Der verlorene ukrainische Unabhängigkeitskrieg 1917 bis 1921 zeugt davon.
Nachdem die Krim 1783 gewaltsam von Russland annektiert wurde und Stalin 1944 die Krim-Tataren gewaltsam deportiert hatte, sprechen die Russen heute davon, dass Opfer umsonst gebracht worden wären, wenn die Krim nicht russisch sei. Russische Opfer waren das aber bestimmt nicht.
Habgier ist die zweite der sieben Todsünden, Neid die sechste.
3. Grund: Lüge, Rache
Die russische Oligarchie ist der Meinung, dass die Ukraine von "Nazis" bevölkert ist und dass die NATO ein imperialistisches Angriffsbündnis ist. Diese Meinung zwingen sie "ihrem Volk" über die von ihnen beherrschten Massenmedien auf. Mit solch offenen Lügen versetzt man das Volk in den zaristischen bzw. monarchistischen Zustand zurück, als man niemals etwas gegen die Obrigkeit sagen durfte und alles dem Grundherren gehörte. Wer aber irgendwann zugibt, dass er gelogen hat, wird in Zukunft keine Macht mehr haben. Die Oligarchen werden ihre Lügen daher mit Gewalt verteidigen.
Die Absicht dahinter ist ein Aufheizen der Rachegelüste gegen den deutschen Feldzug des Zweiten Weltkrieges. Rachsucht ist die vierte der sieben Todsünden. Lüge ist in allen Religionen der Welt eine Hauptsünde.
4. Grund: Spaltung der Welt
In seiner "Flucht nach vorne" versucht Russland sich an die Spitze der Entwicklungsländer zu setzen und sich als deren "Schutzmacht" gegen die ehemaligen Kolonialstaaten darzustellen. Für Waffen und militärische Unterstützung der lokalen Oligarchen erhalten die Russen Zugang zu den Rohstoffen dieser Länder. Natürlich bedeutet jede Spaltung ständige kriegerische Konflikte. Russland wird aus seiner Kriegswirtschaft nicht mehr so leicht herauskommen, selbst wenn es wollte.
China, das den Opiumkrieg der Briten und Franzosen weder vergessen noch verziehen hat, ist natürlich nicht bereit, die ehemaligen Kolonialstaaten gegen diese Spaltung zu unterstützen. Ebenso wie Indien, das 1857 bis 1947, also fast ein Jahrhundert, unter britischer Herrschaft war. Die Entwicklungsländer haben mittlerweile den Großteil der Zivilisationstufen des "Westens" durchgemacht, sind wissenschaftlich und militärisch ebenbürtig geworden und lassen sich nicht mehr ausbeuten. Sie haben sich weltweit in der BRICS Gemeinschaft zusammengeschlossen.
Der russische Diktator Putin hat darauf hingewiesen, dass Europa den gesamten amerikanischen Kontinent kriegerisch erobert und die Urbevölkerungen dort weitgehend ausgelöscht hat. (Dass Russland das gleiche mit ganz Nordasien gemacht hat verschweigt er.) Mit dem Vietnam- und Korea-Krieg hatten die USA nach dem Zweiten Weltkrieg ihren Willen zur weiteren Ausbreitung signalisiert, dadurch fühlen sich China und Russland natürlich bedroht. Die unfassbare Gewaltherrschaft in Nordkorea ist Ausdruck dieser Furcht.
5. Grund: Unzureichende Verteidigung
Die Ukraine verteidigt sich gut, denn sie wissen, dass Putin Stalin bewundert, und dass Stalin schätzungsweise 7 Millionen Ukrainer durch gewaltsam herbeigeführten Hunger (Holodomor) ermordet hat. Aber sie waren auf den russischen Überfall unzureichend vorbereitet, und sie werden vom "Westen" nicht ausreichend mit Waffen beliefert. Die Uneinigkeit und Zögerlichkeit des "Westens" macht es den Russen leicht, den Gedanken eines friedlichen demokratischen Zusammenlebens aller kleinen Länder auf diesem Planeten durch einen ständigen Rüstungs- und Rohstoffausbeutungswettlauf von autoritären Super-Staaten zu ersetzen.
6. Grund: Größenwahn in den USA
Die USA unter der Führung des Immobilienspekulanten Trump setzen die Rolle einer Schutzmacht (Russland) über die eines souveränen Staates (Ukraine). Sie stellen sich also nicht auf die Seite der freien Demokratien, sondern auf die der autoritären Super-Staaten. Ganz nebenbei möchte Trump Kanada und Grönland annektieren. Die USA sind also für den Weltfrieden eine ebenso bedrohliche Gewalt wie Russland geworden, einfach nur durch demokratische Wahlen einer zutiefst gespaltenen Gesellschaft. In Zeiten atomarer Bedrohungen ist der Weltfrieden aber nicht mehr eine Möglichkeit, sondern eine Pflicht!
Apropos Zivilisationstufen durchmachen: Wir Europäer glauben, die Amerikaner seien uns in allem immer voraus. Das Gegenteil beweist der berühmte Präsident J.F.Kennedy in seinen europäischen Reisenotizen aus dem Jahr 1937 in Deutschland:
„Die Städte sind alle sehr reizend, was zeigt, dass die nordischen Rassen den romanischen gewiss überlegen zu sein scheinen.“
Ja, so normal war das damals. Abgesehen von diesem naivem Rassismus drängt sich leider auch eine gewisse Ähnlichkeit mit der aktuellen "Stadtbild" Debatte in Deutschland auf ...
7. Grund: Waffenhandel
Die Rüstungsindustrie erlebt einen ungeahnten Aufschwung, Rheinmetall etwa mit 47 %. Da der Waffenhandel Richtung Ukraine für Europa eine Existenzfrage geworden ist, ist das eigentlich notwendig, weltweit gedacht ist es aber ein Problem. Der globale Waffenhandel lässt sich nur schwer kontrollieren, ebenso wie der Drogenhandel. Wo viele Waffen hingeliefert werden, da wird auch viel geschossen werden. Anders ausgedrückt, als Folgeerscheinung der Ukraine-Krise werden in vielen Teilen der Welt bewaffnete Konflikte ausbrechen.
Fazit
Ich bin keineswegs der Meinung, dass der "Westen" alles richtig macht und dass Kapitalismus gut ist und Kommunismus schlecht - was ist schon "gut" und was "schlecht"? Beide Systeme sind nicht mehr zeitgemäß. Wennn man Russland und China als kommunistische Systeme bezeichnen will, dann hat sich der Kommunismus in eine monströse Absurdität verwandelt, indem er die Herrschaftsmethoden, gegen die er sich einst aufgelehnt hat, nun selbst ausübt. Der Kapitalismus hingegen ist die Ursache für den Klimawandel und ständige Kleinkriege mit Umweltkatastrophen rund um Rohstoffe.
Die Todsünden habe ich nicht angeführt, um alle Christen gegen Russland aufzuhetzen, sondern weil ich diese Sündenliste für treffend und richtig halte. Religionen sind allerdings gefährlicher als Politik. Noch 1782 ermordete die katholische Kirche in der Schweiz eine "Hexe". Der Islam verbietet seinen Anhängern die Bekanntschaft mit Nicht-Islamisten, es sei denn um sie zum Übertritt zum Islam zu überreden. Das Christentum möchte sich die Erde "untertan machen", der Islam möchte sich "mit Feuer und Schwert" verbreiten. Dass Religionen sich heutzutage nicht mehr zur Regelung des Zusammenlebens von Menschen eignen bedeutet aber nicht, dass in ihnen keine Wahrheiten zu finden sind.
Der Krieg wird bleiben, weil die Menschen ihn als Gemeinschaft bewirken ohne es als Einzelwesen zu wollen, ein Massenphänomen. Es liegt an der Sehnsucht nach und der Schwäche für Führung. Es liegt an der Unfähigkeit zwischenmenschliche Gewalt zu erkennen und zu verhindern. Und natürlich an der Machtgier derer, die gleicher sind als alle anderen.
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