Geschlechtertürme

Wie ich auf dieses Wort gekommen bin weiß ich nicht mehr, kennengelernt habe ich es jedenfalls erst vor ein paar Tagen. Als Geschlechtertürme bezeichnet man Bauten von "reichen und einflussreichen städtischen Familien", die weniger Wohn- als viel mehr Verteidigungszwecken dienten.

Geschlechtertürme sehen aus wie eine Mischung aus Wolkenkratzer, Burg und Getreidesilo. Ich nehme an, dass in den bis zu 200 Geschlechtertürmen im mittelalterlichen Florenz ganz oben die Familienschätze versteckt worden sind. Dagobert Ducks Geldspeicher. Trump towers, all over the world.

Wikipedia schreibt, dass es vor allem durch Handel reich gewordene Familien waren, die solche Türme erbaut haben. Ich würde annehmen, dass dem Handel Krieg vorausgegangen ist, so wie es seit der Römerzeit in Europa nachweislich üblich war, und weltweit wahrscheinlich schon immer. Von den europäischen Burgen ist nicht viel übrig geblieben, die meisten sind Ruinen. In Florenz mussten die Türme wegen der vielen innerstädtischen gewaltsamen Konflikte schon im Jahr 1250 abgetragen werden und sind heute fast überall in Europa verschwunden. Oder ersetzt durch die von Sicherheitsdiensten bewachten Türme der Großbanken?


Ich will jetzt nicht über Türme und schrankenlosen Kapitalismus philosophieren, sondern einfach das Gegenteil zeigen. Also das Unaufrechte, das Geknickte. Auf der Suche danach wird man im "Land of the Free and Brave" fündig.

Die Personen auf dem screenshot rechts (die ich hoffentlich unkenntlich darstelle) suchen nicht etwa auf dem Boden nach hinuntergefallenen Gegenständen, nein, sie können sich nicht mehr aufrichten. Das ist ein Bild aus den Drogenstraßen von Philadelphia, USA. Fentanyl und Xylazin krümmt die Menschen so auf den Boden. Das ist natürlich nicht die einzige Droge, die Menschen knickt. Ich denke, dass niemand mehr genau sagen kann, was da alles gemixt wird. Schon Crack hat die Menschen zu Zombies gemacht, und das war schon Anfang der 1970er Jahre. Da scheint eine industriell unterstützte kriminelle und vernetzte Lobby tätig zu sein, die Freiheit und Frieden benutzt um Menschen zu zerstören.

Nun könnte man natürlich sagen, diese "Einzelfälle" (was für ein schönes Wort für Ausreden!) wären ohnehin nicht standfest gewesen, wenn sie schon von solch Kindereien wie Drogen geknickt werden. Aber es sind Massen, und hinter dem Drogengeschäft stehen unsichtbare Geschlechtertürme, die industriell gefertigte Selbstmordwerkzeuge liefern. Die großen Autos mit den abgedunkelten Scheiben stehen auch vor den Schulen unserer Kinder. Vor den Schulen. Unser aller Kinder.


Dies soll kein "Ruf nach der starken Hand" sein. Dies ist ein Ruf nach Vernunft. Eine zivilisierte Gesellschaft muss für ihr Überleben sorgen. Dazu müssen wir Österreicher übrigens auch unsere Neutralität aufgeben. Es hat keinen Sinn mehr zu glauben, dass wir dadurch das einzige europäische Land ohne Amtssprache Russisch sein könnten.

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