Was dem Finanzplatz schaden könnte
Folgende Meldung in den öffentlichen (nicht sozialen aber doch sozialeren) Medien hat mich soeben geärgert. Es geht darum, endlich die Ukraine mit dem von russischen Oligarchen in der EU 'geparktem' Vermögen zu unterstützen:
.... rund 180 Milliarden Euro der russischen Zentralbank in der EU .... Die Milliarden, die Russland gehören, die einfach angreifen, .... das könnte dem Ruf der EU als Finanzplatz schaden ....
Dem Ruf des Finanzplatzes EU am meisten schaden wird der Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine, Polen und das Baltikum. Denn das würde zeigen, dass Europa und die Idee der Demokratie kein Mittel gegen Gewalt hat, und Gewalt wird auf dieser Welt noch immer als Möglichkeit und nicht nur als Bedrohung angesehen. Russische Einmärsche zu verhindern bemüht sich in ganz Europa derzeit die Politik, aber das Volk ist dagegen, weil die Verhinderung so teuer ist. Und zum Volk rechne ich dabei auch die europäischen Oligarchen, die sich allerorts gegen eine Reichensteuer wehren, die ihnen nicht im geringsten weh täte. "Alle Macht geht vom Volk aus." Ein fataler Satz, wenn wir uns das Jahr 1932 in Deutschland vor Augen halten, in dem "Der große Führer" demokratisch an die Macht kam. Dieser Satz muss verbessert werden. Allerdings nicht durch die Einführung des Kastensystems oder die Diktatur des Proletariats.
Die Schweiz im Zentrum Europas ist bekannt dafür, Gelder aller Diktatoren rund um den Erdball aufzubewahren und vom Profit dieser Geldgeschäfte eine hohe Lebensqualität für die Schweizer zu schaffen, die nicht Mitglied der EU, aber von der EU schützend umgeben sind. (Bösartige Vizepräsidenten würden sie als Schmarotzer bezeichnen.) Kleptokraten nennt man die politisch-diktatorischen Eliten, die sich mithilfe ihrer Machtstellung persönlich bereichern und von diesem Geld ihre Privatarmeen finanzieren, die dann den Rest der Bevölkerung systematisch ausrauben und alles in die Schweiz überweisen. Bietet man diesen Personen finanzielle Sicherheit, macht man sich zu ihren Komplizen, das wird wohl niemand bestreiten. Die EU-Bank in Belgien/Brüssel unterscheidet sich darin nicht von einer Schweizer Bank. Will man gleichzeitig auch noch Demokratie sein, befindet man sich in einem historischen Irrtum. Ich hoffe die EU will nicht die Schweiz der Welt sein.
Hier die Denkweise des Finanzplatzes:
Ich sichere den Russen ihr Geld, das ist meine Pflicht als Finanzdienstleister, außerdem würden sie ja sonst bei mir einmarschieren um sich ihr Geld zurückzuholen. Was gehen mich die tausenden täglichen Toten in der Ukraine an, ich habe mit diesem Krieg nichts zu tun, ich bin neutral. Vielleicht produziere ich Waffen, aber die verkaufe ich ins Ausland, denn Waffen sichern ja bekanntlich den Weltfrieden. Und wenn die Russen doch einmarschieren bin ich trotzdem auf der Gewinnerseite, denn ich habe ihnen ja ihr Geld aufbewahrt, und dafür werden sie mich sicherlich reich belohnen. Im übrigen kann der Staat die Verteidigung ja von Steuern finanzieren, denn dafür gibt es doch den Staat: um mich, der ich für Reichtum und Vollbeschäftigung sorge, zu entlasten und zu schützen.
Und so denkt "das Volk":
Das Geld der Russen einfach einkassieren? Wenn das mein Geld wäre, wäre ich nicht einverstanden damit. "Was du nicht willst, dass dir man tu, das füg auch keinem andern zu", ein uraltes Gesetz.
Diese Denkweisen sichern Europa keinesfalls die Zukunft, denn die Kriegsherren in Moskau, Jerusalem und Washington werfen Bomben und Granaten auf ihre Nachbarn und halten sich an keinerlei Recht außer dem des Stärkeren. Aber eines kann die alle stoppen: die Abwesenheit von Geld. Sanktionen, viel stärker und viel schneller. Wenn den Kriegsherren das Geld ausgeht, wird auch der Krieg aus sein, denn die toten Russen an der Ukraine-Front sind alle nur dem Geld nachgelaufen. Bei der Ukraine ist es umgekehrt, die brauchen unbedingt Geld um sich verteidigen zu können.
Fazit: Das Geld der kriegsverursachenden Russen den Ukrainern zu geben würde für ein bisschen mehr Gerechtigkeit auf dieser Welt sorgen.
P.S.:
Jetzt wird auch noch darüber nachgedacht, ob man russische Kampfflugzeuge über
Estland und Polen abschießen soll oder nicht.
"Die Russen könnten dann ja nachlegen", wird zu Bedenken gegeben
(mein Gott wie schön ist diese unbestimmte Wort 'nachlegen').
Nachlegen werden die mit Bestimmtheit, sie tun fast nichts mehr anderes.
Zum Denken war seit 1945 genug Zeit, jetzt muss gehandelt werden.
Insbesondere von denen, die Geld haben.
Wenn diese 10 Prozent sich nun in die Südsee begeben, dann kann ich nur noch daran erinnern,
dass die Ostdeutschen in der Nachkriegszeit zu Russischkursen GEZWUNGEN wurden.
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