Zu viele Themen

Es ist Zeit, ein Blog zu schreiben. Das kalte nasse Wetter hat meine Arthrose wieder zum Vorschein gebracht, diesmal die rechte Schulter. Für die Tastatur reicht es noch, nur die Mausbedienung schmerzt. Eine Mausschulter. Diejenigen Schäden, die starke kurze Bewegungen verursachen, verheilen ja bald wieder, aber die jahrzehntelang ausgeführten unbewussten Fehlhaltungen schaffen lange Leiden. Wenn es überhaupt Fehlhaltungen gibt und nicht vielleicht doch das Alter sich hier breit macht. (Ich habe zu viel an meinem musikalischen Projekt gearbeitet, oft den ganzen Tag lang. Aber jetzt wird es bald, schätzungsweise in 2 Monaten, fertig sein. Wie viel Zeit in Software-Entwicklung fliesst ist eigentlich unglaublich.)

Viel zu viele Themen sind mir in letzter Zeit in den Sinn gekommen, über die ich der Welt meine Einschätzung mitteilen müsste. Aber mein Interesse an der Welt ist ziemlich klein geworden. Was sollte ich auch noch Stellung beziehen gegen die Armada von Menschen hier und überall, die sich über Recht und Gesetz Vorteile gegenüber anderen Menschen verschaffen wollen, die "Die Anderen" hassen, die Angst verbreiten und Wut erzeugen, und deren Kenntnis und Wissen über das Fernsehprogramm und soziale Medien meist nicht hinausgeht. Anders ausgedrückt, ich vermeide mittlerweile alles was mit den drei gewissen Präsidenten zusammenhängt, die gerade dabei sind alle erreichten Werte der letzten 80 Jahre zu vernichten. Ich kann das ewig gleiche sinnentleerte paranoide Gelaber nicht mehr hören. Ich will es nicht mehr hören.

Die Themen dieser Tage sind

  • Quantität gegen Qualität
  • Künstliche Intelligenz gegen menschliche Fähigkeiten
  • Soziale Medien gegen ... alles (nicht jetzt, darüber denk ich ein andermal nach:-)

Man braucht etwa 5 verschiedene Internet-Seiten, um in die Nähe einer halbwegs brauchbaren Erkenntnis zu kommen. Qualität in Form von klaren, kurzen und verständlichen Aussagen gibt es nicht mehr, überall wird Wortmasse eingesetzt um alles aus dem Weg zu spülen und die Wahrheit für sich in Besitz zu nehmen. Um noch mehr hineinstopfen zu können kürzt man alle Worte ab, so dass der Empfänger möglichst lange braucht um herauszufinden, was genau eigentlich gemeint war. Und/oder man benutzt populistische Phrasen wie "Dann hätte man ja gleich nach Mordor gehen können", die Tolkiens royalistischen Erben wahrscheinlich noch mehr Masse bescheren, aber nicht zur Verständlichkeit der Aussage beitragen. Ist es euch auch schon aufgefallen, dass Aussagen, die sehr viele Redensarten und Geheimfloskeln enthalten, vom Wahrheitsgehalt her immer sehr fragwürdig sind? Je unklarer und verklausulierter man sich ausdrückt, desto weniger Kritik hat man zu erwarten, desto mehr Ansehen wird man meist in den eigenen Kreisen gewinnen, desto einfacher kann man sich ein Erfolgserlebnis verschaffen. Dazu fällt mir noch ein Satz ein, den ich keineswegs für eine leere Floskel halte: "Korruption ist eine Eisenbahn, die dich überfährt, wenn du nicht aufspringst". (Das soll kein Aufforderung sein, sondern eine Warnung!)

Masse (Quantität) vernichtet alles, insbesondere Qualität. Man blicke um sich und zähle die Gegenstände in seiner Umgebung, die noch funktionstauglich sind. Unsere Industrie bringt seit Jahrhunderten massenhaft Dinge hervor, die sehr schnell kaputt gehen. Das Glühbirnen-Kartell ist ja schon Legende, aber kein Märchen. Dieses Kartell wurde übrigens in der Schweiz gegründet, ein Land, das für die hohe Qualität seiner Produkte bekannt sein möchte (die "Schweizer Uhren" vernebeln allerorten unseren Blick). Ergebnis der Masse-statt-Klasse Wirtschaft ist, dass wir alles ständig erneuern müssen, dafür müssen wir aber erst beim Glühbirnenhersteller das Geld verdienen. Nennt man das nicht das Hamsterrad? Von umweltschonender und nur an Notwendigem orientierter Lebensweise sind wir jedenfalls noch weit entfernt.

Meine bisherige Erfahrung mit dem, was die Medien "Künstliche Intelligenz" nennen, kann man nicht Begeisterung nennen. Ich hatte das anfangs beruflich genutzt, um mir Anregungen für Problemlösungen zu holen, funktionierende Antworten hatte ich da aber nie bekommen. Wahrscheinlich war das Niveau meiner Fragestellungen für das damalige "Intelligenz"-Niveau zu hoch gewesen. Die Künstliche Intelligenz wird immer so gut wie ihre Trainer (Entwickler) sein, also könnte sich das in Zukunft ändern.
Aber auch hier drückt die Masse. Die Hohepriester der KI fordern vom Staat Rechenzentren, die die Energie von ganzen Kleinstädten konsumieren und denen zusätzlich auch noch das Trinkwasser zum Zwecke der Prozessorkühlung wegnehmen.

Mittlerweile nutze ich Künstliche Intelligenz nur mehr zur Erkennung von Pflanzen. Ich lade das Foto hoch, und Gemini sagt mir, was das sein könnte. Bislang hatte ich da gute Ergebnisse, die ich auch übers Internet verifiziert habe. So etwas ist eine vernünftige Anwendung von KI, und solches gibt es in der Medizin zur Krebserkennung ja schon seit Jahrzehnten, das ist nichts Neues. Der ganze Hype um KI ging von den USA aus, die China "überholen" möchten (eine Auto-Nation). Mustererkennung und Statistik Auswertungen Ja, Schulaufsätze schreiben Nein. Letzteres ist ein Missbrauch von KI, der den Tech-Oligarchen dazu dient, sich die Jugend gefügig zu machen. Wir müssen damit rechnen, dass die grössenwahnsinnigen Gesellschaften dieses Planeten KI in Zukunft statt dem Staatsapparat einsetzen werden, und dass KI vor allem Werbung und Unterdrückung der Meinungsfreiheit sein wird. Denn was Masse und Präzision angeht ist die Maschine dem Mensch natürlich weit überlegen, dafür wurde sie ja geschaffen.

Eine moderne demokratische Zivilisation kann nicht funktionieren, wenn Regeln nicht eingehalten werden oder diese Regeln nicht für alle gleichermaßen gelten, und wenn nicht auf Gewalt verzichtet wird. Wenn Politik Macht über das Gesetz bekommt, dann herrscht die Korruption über uns, dann steht dem Machtrausch der Oligarchen nicht mehr entgegen, und Oligarchen halten sich selbst immer für bessere Menschen und sind der Gewalt nicht abgeneigt, in vielen Fällen ist das sogar die Basis ihres Reichtums. (Es gibt unter den Oligarchen allerdings auch so Leuchtfiguren wie George Soros, der als Kind nur knapp den Nazis entkommen ist, und den die Nationalisten und Autokraten dieser Welt aus mir unerfindlichen Gründen gar nicht mögen.) Dass von Machtberauschten nichts anderes als Autounfälle und Krieg zu erwarten ist beweisen die Verkehrsstatistik und die drei zuvor erwähnten Präsidenten.

Schwierige Zeiten, waren die Zeiten jemals nicht schwierig? Es wird besser werden. Anders als Künstliche Intelligenz ist der Mensch ja moralisch lernfähig. Letzter Satz, aus einem Roman über den Beginn des Zweiten Weltkrieges:

Die Wirtshauspolitiker waren vom Stammtisch auf die Regierungsbank umgezogen und veröffentlichten ihre besoffenen Hau-drauf Parolen jetzt als Gesetzestexte.

Europa wird aufpassen müssen, dass sich das nicht wiederholt, und es steht momentan alleine da auf der Welt mit der Erkenntnis, dass so etwas nicht wieder geschehen darf. In den USA hat man noch immer nicht verstanden wie es zum Zweiten Weltkrieg gekommen ist.

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