Die Zukunft Europas
Alle Welt denkt darüber nach wie man mit Europa verfahren soll, ob man das den Russen überlassen sollte oder ob man von diesem Territorium vielleicht doch noch etwas profitieren könnte in Zukunft. Ob der Untergang des Abendlandes endlich vollendet werden sollte, und wie man diese überbevölkerte Industrie- und Agrarwüste danach weiterverwenden könnte.
Will man die Zukunft erahnen, muss man die Vergangenheit kennen. Europa hat sehr viel Unheil über diesen Planeten gebracht. Der Kolonialismus, der Vorbote des Imperialismus, ist von Europa ausgegangen. Durch von Capitain Cook perfektionierte Kompass-Navigation haben sich der Monarchie auf den Britischen Inseln ab 1758 ungeahnte Erweiterungsmöglichkeiten auf allen Weltmeeren geboten, die durch die Entwicklung erster Massenvernichtungswaffen (Haubitzen seit 1683) unterstützt wurden. Europa hat den Krieg nicht erfunden, aber maßgeblich weiterentwickelt.
Mit dem Kolonialismus besiedelten europäische Völker wie Engländer, Franzosen und Spanier sowohl Süd- als auch Nordamerika, wo sie auch heute noch leben. Diese Menschen waren Abenteurer, politisch Verfolgte und Hungerleider, die von Adel und Aristokratie aus Europa vertrieben oder über großartige Versprechungen zur Überfahrt verleitet wurden. Aber damit nicht genug setzten Briten und Franzosen über den Pazifik und führten ab 1839 in China die Opium-Kriege im Namen des Freihandels, denn Opiumhandel war in China verboten. (Warren Delano, der Großvater des amerikanischen Präsidenten Franklin Roosevelt, war ebenfalls Opiumschmuggler.) Solche Arroganz bleibt im Gedächtnis von betroffenen Völkern über viele Generationen erhalten. Paranoide Tyranneien wie Nordkorea sind das Ergebnis. Kommunismus verband später die Völker, die sich vor der Ausbreitung des europäisch-amerikanischen Imperialismus fürchteten, der Fortschritt und Reichtum versprach, aber den Massen in Wirklichkeit Zerstörung und Armut brachte. Nur die Eliten wie etwa die indischen Brahmanen wurden noch höher gehoben als sie schon waren. Ist Europa also eine unbelehrbar aristokratisch-elitäre Masse, die nur einem winzigen Teil der Bevölkerung Freiheit und Wohlstand gewährt und den Rest mittels Lohnarbeit ausbeutet?
Die in Europa herrschenden Eliten waren neben den Kolonialisten Großbritannien, Frankreich und Spanien auch große Monarchien wie Deutschland und Österreich-Ungarn. Diese lösten im 20. Jahrhundert zwei Kriege aus, die sich über die ganze Welt ausbreiteten, bekannt als Erster und Zweiter Weltkrieg. An dieser Ausbreitung waren der Kolonialismus und die unfairen internationalen Handelsverflechtungen beteiligt, denn Wirtschaft hat sehr viel mit Krieg zu tun (ist eigentlich transformierter Krieg). Schon nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Monarchie abgeschafft, aber Willkürherrschaft setzte sich dennoch in Form von nationalsozialistischer Diktatur wieder durch. Europa war nach diesen Kriegen großflächig zerstört, noch heute werden immer wieder nicht detonierte amerikanische Bomben in europäischen Städten gefunden. Seither hat sich Großbritannien und Frankreich mit Atomwaffen ausgestattet, Deutschland wurde das aber wegen seiner Kriegsschuld von den aliierten Siegermächten nicht erlaubt. Anders ausgedrückt, ein großer Teil Europas ist wegen der beiden Weltkriege auch heute noch nicht wehrfähig gegen das schwer bewaffnete Russland und wird daher von machtfixierten Diplomaten als geopolitisch unbedeutend eingestuft.
Das heutige politisch demokratische Europa hat etwa 440 Millionen Einwohner, das autoritäre Osteuropa (Ungarn, Serbien, Bela-Russland, ...) nicht mitgezählt. Es gehört somit zu den am dichtest besiedelten Regionen der Welt. Es gibt 24 Amtssprachen, die nicht nur Dialekte sind, d.h. Europa ist ein Vielvölker-Gebilde. Weil es nach den Weltkriegen keine weiteren Eroberungsgelüste zu haben scheint, eine starke Wirtschaft und guten Wohlstand hat und aus lauter Demokratien mit Gewaltmonopol besteht, ist es das Ziel von Flüchtlingen aus aller Welt. China sagt, wer Europa hat, hat die Welt (und legt damit seine imperialen Gelüste offen). Was ist die Zukunft dieses nicht mehr wehrfähigen und von Atom- und Wirtschaftsmächten eifersüchtig umschweiften Territoriums? Werden sich die Glock-Pistolen schwingenden Gewaltanbeter hier genauso durchsetzen wie in den USA und in Russland? Oder wird Deutschland wieder einen Krieg gegen Russland führen, diesmal einen Verteidigungskrieg?
Der Mythos von der Überbevölkerung des Planeten verbreitet sich, mit dem unausgesprochenen Nachwort, dass Krieg das geeignete Mittel dagegen sei. Europa ist zwar überbevölkert, aber die Bevölkerung schrumpft. Irgendwann wurde davon gesprochen, dass in Afrika allein durch Einführung des elektrischen Lichtes und Schulbildung die Geburtenrate um 30 Prozent zurückgegangen ist. Inzwischen gibt es auch noch Fernseher, Computer, Smartphones und das Internet. Das eigentliche Problem sind die Mythen, sie sind die gern geglaubten Feinde der Wahrheit.
Der Mensch sollte aus der Geschichte seiner Kriege gelernt haben, dass sie den Planeten und damit die Lebensgrundlage aller Menschen langsam aber sicher zerstören. Dazu braucht es keine Atomwaffen. Es reichen Phosphorbomben, Landminen, chemische Kampfmittel und sogar das seit Jahrhunderten in Kriegen eingesetzte Blei. Wusstet ihr, dass aus Waffen verschossenes Blei in der Schweiz mehr als doppelt so viele Umweltschäden wie Verkehr, Industrie und Gewerbe zusammen verursacht? (Jetzt stelle man sich die Kornkammer Ukraine vor, die von Russland täglich mit 400 Drohnen und Gleitbomben und 20.000 Schuß Artilleriemunition beschossen wird.) Der Brand von Notre Dame in Paris hat 400 Tonnen Blei in Form von Staubablagerung freigesetzt. Wirtschaft und Industrie belasten durch Schwermetalle, Asbest, Chlor, Dioxin, Treibgase (FCKW), Teflon (PFAS), Insektenvernichtungsmittel, Atommüll, Kohlendioxid, Plastikmüll und vielem mehr unsere Umwelt. Wozu also noch Krieg, wenn wir uns ohnehin selbst langsam zerstören?
Das Ende des Zweiten Weltkrieges hätte das Ende jeglichen Krieges sein können, das hofften jedenfalls die Erfinder der Atombombe. Leider ist es anders gekommen und Nachbar vernichtet immer noch Nachbar. Die Zukunft Europas liegt in umweltfreundlicher Technisierung und friedlicher aber wehrfähiger demokratischer Zivilisation, denn an Wissen und Bildung ist Europa immer noch reich. Wie können wir mit der Natur und anderen Menschen zusammenleben ohne uns ständig gegenseitig zu vernichten? Neue Regeln müssen her, denn alte Traditionen funktionieren nicht mehr, haben nie funktioniert, weil die Welt sich ständig ändert. Europa, hoffentlich hast du aus deiner Geschichte gelernt, jetzt widerstehe den Gespenstern deiner Vergangenheit und mach der Welt vor, wie es besser geht. Ganz neue Wege sind erforderlich.
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