Des Niederganges Gründe
Etwa 40 Prozent der Bevölkerung erreicht das Pensionsalter nicht in einer Beschäftigung stehend, sondern aus der Arbeitslosigkeit heraus. Gleichzeitig wird darüber gesprochen, dass das Pensionsantrittsalter angehoben werden sollte, weil die Finanzierung sonst wegen der steigenden Lebenserwartung ins Wanken gerät. Gleichzeitig klagen alle Unternehmer über Fachkräftemangel. Gleichzeitig muss man annehmen, dass es unter den vorher genannten 40 Prozent sehr viele Fachkräfte gibt, die noch dazu wegen des Alters über wertvolle Erfahrung verfügen würden. So viel Gleichzeitigkeit ist offenbar zu viel für unseren Beamtenstaat, dessen führende Köpfe sich mittlerweile wegen rechtspopulistisch ausgegangenen Wahlen aufs Reden ohne Handeln beschränken.
Zeitarbeitsfirmen sind Unternehmen, die anderen Unternehmen die Lohnsteuerlast abnehmen und auf die Bevölkerung abwälzen, indem sie Arbeitnehmer vermieten, denen sie per Vertragsklauseln untersagen, zu dem Unternehmen zu wechseln, das sie bezahlt. Diese "Geschäftsidee" ist eigentlich nichts anderes als Sklavenhandel in modernem Gewand. Ich behaupte nicht, dass daran nicht auch die Vermieteten selbst schuld sind, weil sie sich scheinbar nicht selbständig am Arbeitsmarkt bewegen können und man ihnen alles vor die Füße legen muss, aber das Auftreten und die Verträge dieser Zeitarbeitsfirmen haben doch eine ziemlich "überwältigende" Wirkung, insbesondere auf junge und unerfahrene Arbeitnehmer.
Es gibt viel zu viele private Personalvermittlungen, obwohl es ein durchaus seriöses staatliches Arbeitsamt gibt. Ich selbst habe alle Stellen, an denen ich gearbeitet habe, ohne Vermittlung selbst gefunden. Ich bin zwar auch bei unzähligen Personalvermittlungen registriert, habe aber nur ein einziges mal in 35 Jahren durch so ein Unternehmen ein Probemonat vermittelt bekommen, ansonst haben die vom Besitz meiner persönlichen Daten mehr profitiert als ich von ihrer angebotenen aber nicht erbrachten Dienstleistung. Menschen über 40 könnten sich diese Vermittler eigentlich sparen, wenn nicht über 90 Prozent aller Stellenanzeigen von denen stammen würden. Und diese Stellen sind nicht anders erreichbar als über die Vermittler, weil auch die Arbeitgeber unfähig sind, sich um ihre vakanten Stellen selbst zu kümmern. So blockieren Personalvermittlungen den Arbeitsmarkt eher als ihn zu bedienen.
Mobbing am Arbeitsplatz wird auch nicht in Zusammenhang gebracht mit den 40 Prozent, die arbeitslos in Pension gehen, weil man ja "gegen Mobbing ohnehin nichts tun kann". Konkurrenzdenken wird bei uns ab dem Kindergarten gefördert, die Förderung von Zusammenarbeit scheint hingegen ein unerforschtes Gebiet zu sein. Hinweise auf unser verbesserungsbedürftiges Schul- und Bildungssystem rufen bei den zuständigen Verantwortlichen leider nur mildes Lächeln hervor.
Machtgier, Neid, Geiz ist geil, die alte Geiseln der Menschheit kehren wieder. Alle Arbeitgeber klagen über mangelnde Arbeitskräfte, aber keiner will ein menschenwürdiges Gehalt bezahlen, mit dem man sich wenigstens eine Wohnung leisten könnte. Man braucht nur zu analysieren wie die Immobilienbranche arbeitet. In den Innenbezirken der europäischen Großstädte stehen immer mehr Häuser leer, weil sich diese Quadratmeterpreise niemand mehr leisten kann, oder weil Immobilienspekulanten durch Kaputtsparen einen Neubau erzwingen wollen. In China wurden ganze Städte in die Landschaft gebaut, die verfallen, weil dort niemand leben kann und das ganze ohnehin nur der Börsenspekulation gedient hat. Braucht es einen Krieg, um wieder zur Vernunft zu kommen?
Ach ja, Demokratie, wir können ja wählen.
Also wählen wir die "starke Hand", um "wieder Ordnung zu schaffen", einen Autokraten, der Lösungen hat.
Wie kann der Kern des Problems Lösungen haben?
Das Problem ist Arroganz, Wirklichkeitsfremdheit, Intoleranz, Feindseligkeit, Wutbürgertum,
ganz einfach die fehlende Moral, die ja angeblich vom Geld abgelöst wurde.
Weil irgendein dominanter Mitarbeiter "die Nase voll" hatte,
gehen 40 Prozent der Arbeitnehmer aus der Arbeitslosigkeit
und nicht aus einem erfüllten Arbeitsleben heraus in die Pension.
Prosit Neujahr 2025!
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