Das Russen-Problem
Die Ukraine steht seit nun fast 3 Jahren kurz vor dem Zusammenbruch, aber nie war er näher als jetzt. Der noch amtierende Präsident der USA, Joe Biden, gestattete ihnen kürzlich zwar doch noch den Einsatz weitreichender Marschflugkörper (was Deutschlands Olaf Scholz noch immer verweigert, das wird ihn wohl den Kanzler kosten), aber die Russen haben schon seit Langem auf Krieg umgestellt. Offenbar können sie den noch immer irgendwie finanzieren. Die Fahrzeuge gehen ihnen zwar aus, aber dafür senden sie einfach schießende Fleischwellen gegen die ukrainischen Frontlinien. In Russland zählt ein Menschenleben nicht viel. Das ist wohl der Kern des Problemes mit den Russen.
Die russische Geschichte ist grausam, zynisch und machtgierig, ist voller Fehlschläge und falscher Entscheidungen. Dieses Volk wurde über Jahrhunderte zuerst von ausbeuterisch regierenden Zaren und danach von gewalttätigen ebenso ausbeuterischen Kommunisten zu einer Lebenshaltung erzogen, deren blinde Autoritätsgläubigkeit und Menschenverachtung außergewöhnlich ist. Man lese Tolstoj, Dostojewski, Gogol, Conrad, auch Artsybashev, sie alle schildern eine endlose Spirale von Gewalt, Sklaverei, Unterdrückung und gescheiterter Auflehnung dagegen. Nun könnte man dasselbe für alle Grossreiche in Asien sagen, vor allem auch für China, aber Russland ist durch die geografische Nähe zum aufgeklärten Westen ein Sonderfall, sprachen doch die gebildeten Russen im 19. Jahrhundert französisch, flohen doch alle in Russland verfolgten Revolutionäre in die Schweiz oder nach Frankreich, lassen doch die russischen Oligarchen ihre Kinder im Westen ausbilden. Also will Russland ja auch irgendwie Westen sein.
Das hemmungslose Morden in der Ukraine ist nun schon zum zweitenmal innerhalb von 100 Jahren ausgebrochen: 1931 begann der Holodomor, in dessen Vorfeld sich die ukrainischen Bauern gegen die kommunistische Kollektivierung gewehrt hatten, und in dessen Verlauf Kannibalismus ausbrach und Stalin durch Hunger und Hinrichtungen (wegen Lebensmitteldiebstahls!) 14 bis 20 Millionen ukrainische Menschen getötet hat. Die Russen haben bei Stalin ebenso begeistert mitgemacht wie die Deutschen bei Hitler. (Die Zahlen und Fakten habe ich aus dem Buch "Gewalt Macht Hunger" (2003), das ich sehr empfehle, auch bezüglich der Willkürakte des in China immer noch verehrten Mao Zedong.) Bei Stalins Begräbnis kam es zu Massenhysterien, die über 100 Tote forderte, genaue Zahlen verschweigt Russland bis heute. Das und der überall verbreitete Alkoholismus sagt schon einiges aus über die Gewaltbereitschaft dieser Menschen.
Die wirkliche Ursache des russischen Angriffes auf die Ukraine verstehe ich nicht. Die Marxisten wissen natürlich schon lange, dass es die Bodenschätze und die Landwirtschaft der Ukraine sind, die die Gier der Russen entfacht haben, aber diese Erklärung scheint mir doch etwas zu einfach zu sein. Das westliche Russland ist ja kein armes Land, und Mangel an Territorium haben sie auch nicht. Der Osten ist zwar arm, aber die Westrussen kümmert das nicht, im Gegenteil, die Goldsucher-Mafia aus dem Westen vergiftet ungehindert die Flüsse in Yakutien mit Quecksilber. Die Annäherung der NATO halte ich auch nicht für den Grund, weil das ja ein Verteidigungsbündnis und kein Angriffsbündnis ist, und Putin eine Zeit lang selbst erwogen hat der NATO beizutreten. Außerdem konnte sich Russland vor 2022 militärisch durchaus mit der NATO messen, ich glaube nicht, dass sie sich real bedroht gefühlt haben.
Putin hat bereits vor der Krimbesetzung 2014 die (wie immer nicht ernst genommene)
Bemerkung gemacht, dass "Stalin gar nicht so schlecht war".
Was aber hat Stalin 1930 dazu bewegt, die Ukraine auszuhungern?
Dem Buch "Gewalt Macht Hunger" zufolge war sein offizielles Ziel
die Bekämpfung des ukrainischen Nationalismus und die Enteignung der Grundbesitzer.
Da ist Putin nicht weit entfernt davon, seiner Meinung nach ist die Ukraine ja Russland,
nur eben besetzt von jetzt ukrainisch sprechenden Nazis.
Macht er Stalin einfach nach?
Ein dem Alkohol zugeneigter Boris Jelzin ernennt einen Geheimpolizisten zum führenden Politiker Russlands.
Stalin hat ja angeblich regelmässig Sauforgien mit Vorführungen von Wildwest-Filmen veranstaltet,
bei denen die ganze Regierung anwesend sein musste.
Werden all diese Entscheidungen vielleicht im ideologischen Suff gefällt?
Mir fällt nur Negatives ein, wenn ich an Russland denke:
- die radioaktiven Verseuchung von Nowaja Semlja durch die Tsar-Bombe und andere Atomversuche, und die vielen anderen nuklear und industriell verseuchten Gebieten der ehemaligen Sowjetunion,
- der Atomunfall in Tschernobyl,
- die Beseitigung der polnischen Regierung durch Flugzeugabsturz 2010 in Smolensk,
- der sinnlose Abschuss eines mit 298 Menschen besetzten Verkehrsflugzeuges 2014 über Donezk,
- die Entwicklung des fürchterlichen Giftes Nowitschok und die Vergiftung von Russen im Ausland mit radioaktivem Pollonium,
- die Ermordung von Bürgerrechtsaktivisten wie Alexej Navalny, Boris Nemzow und vielen anderen,
- die Einmischung in innere Angelegenheiten anderer Länder wie Syrien, wo sie ganz Aleppo zerbombt haben, aber auch Afghanistan, Moldawien, Georgien, Tschtschenien, ...
Aus diesen und vielen anderen Fehlern haben die Russen nichts gelernt, sie würden das sicherlich auch nicht Fehler nennen. Ihr Lernen konzentriert sich darauf, den ukrainischen Abwehrkampf zu brechen. Eine alte russische Babuschka fordert auf youtube die Ukraine auf, nun endlich aufzugeben. Eine jungen Russin beschwert sich, dass in Russland niemand lächelt. Das finde ich auch bedenklich, aber ich glaube, das ist schon seit Jahrhunderten so. Lüge die Norm, Korruption das System, Freiheit verboten, wie kann man da noch lächeln?
Wer glaubt, dass bald alles wieder besser werden wird, der irrt. Die Zeitenwende ist ebenso Tatsache wie die Klimakrise. Putin hat den Entwicklungsländern seine "Multipolare Welt" erfolgreicher verkauft als seine zuvor entwickelte "Gelenkte Anarchie". Er will der alternative Weltpolizist werden, das schuldet er der Tsar-Bombe und den Atomraketen in Kaliningrad, die auf London, Paris und Berlin gerichtet sind und diese innerhalb von 4 Minuten gleichzeitig zerstören können. In den BRICS und SCO Gemeinschaften hat er internationalen Rückhalt für seine imperialen Pläne, im Iran und Nordkorea hat er den Westen hassende Partner, und China möchte sich ja irgendwann Taiwan einverleiben so wie er die Ukraine. Die Kriege der "Multipolaren Welt" werden automatisiert und auf Jahrzehnte im voraus geplant sein.
Das Problem des Westens ist die Wirklichkeitsfremdheit. Wir können es einfach nicht glauben, dass Soldaten in der Ukraine aus Angst vor Verstümmelung durch Drohnen Selbstmord begehen. Stellt euch einfach vor, Hitler ist in Moskau wieder auferstanden, so nähert ihr euch der Realität am besten an. Nicht Nationalismus und Rassismus ist das Problem, das sind unauslöschbare menschliche Regungen. Gewalt ist das Problem. Teile Europas sind von Gewalt bedroht. Wir können nicht mehr neutral sein. Wir brauchen ein hunderprozentig vertrauenwürdiges Verteidigungsbündnis ohne Putinversteher, denn momentan sind wir wehrlos, unsere Wirtschaft stolpert dahin und die Landbevölkerung wählt Putin in Form von AFD, BSW, FPÖ, RN und wie sie alle heißen. Unser militärischer Rückhalt auf der anderen Atlantikseite wird sich nur mehr um sich selbst kümmern.
In Europa wird die Lebensqualität ständig sinken und die Plagen des Mittelalters werden in neuem Gewand zurückkehren, wenn die Politik nicht jetzt sofort die Ukraine mit allen Mitteln unterstützt. Was aber sehe ich? Die deutschen Politiker streiten um die innenpolitische Macht. England ist ein heruntergewirtschaftetes soziales und finanzielles Disaster. Frankreich, Italien, Niederlande, Slowakei und Österreich haben rechtsnational gewählt und sind wie gelähmt. Der ungarische Diktator Orban will die Leitung der EU übernehmen und mit Putin tanzen. Die Schweiz veranstaltet eine Friedenskonferenz ohne Russland. Die Europäer benehmen sich wie die wahren Schildbürger, bald werden sie mit Eimern Licht nach Brüssel tragen. Ausnahme ist Nordeuropa, die kleinen baltischen Staaten, Finnland, Polen, Schweden, Norwegen. Die haben verstanden, dass da gerade ein geschichtlicher Staudamm bricht.
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