Lebensrhythmus

Nach der verpfuschten EU-Wahl steht dieses Blog in Gefahr, zum Ablageplatz meiner Pensionisten-Entrüstungen zu werden. Alte Leute schimpfen ja viel. Was nicht verwunderlich ist, denn sie haben endlich mal Zeit den Kopf zu heben und den Alltagswahnsinn ein wenig überschauen zu können. (Wann wird Wien endlich die City-Maut einführen?)
Aber um das hier nicht zu einer Serie von Schimpfkanonaden werden zu lassen, widme ich mich heute dem Thema Lebensrhythmus. Dazu gehört Schlafen, Essen, Bewegung und sonstige Aktivitäten jeder Art.

Mein Schlaf-Rhythmus hat sich geändert. Ich verzichte derzeit auf einen Wecker, da ich ohnehin meist spätestens um 7:00 morgens vom Tageslicht geweckt werde. Nach dem Mittagessen habe ich mir nun 2 Stunden Mittagsschlaf angewöhnt, das habe ich früher nur am Wochenende gemacht. Dadurch bleibe ich abends meist bis 24:00 auf, bin also ein wenig mehr Nachtmensch geworden.

Mein Wander-Rhythmus hat sich verdichtet, ich bin nun mehr als einmal pro Woche unterwegs in den niederösterreichischen Bergen, wenn das Wetter es erlaubt. Die Wanderungen sind nicht mehr so weit und hoch hinauf wie früher, ich bleibe meist unterhalb der Waldgrenze (~1500 m). Einmal pro Woche mache ich auch noch ein eineinhalb-stündiges Basistraining mit Laufen, Klimmzügen, Liegestütz etc. An Tagen, an denen keines von beiden stattfindet, mache ich immer eine Stunde Morgengymnastik nach dem Frühstück. Ich erledige außerdem alle Wege innerhalb Wiens mit dem Fahrrad (z.B. alle Einkäufe).

Beim Essen experimentiere ich, um (1) meinen Fleischkonsum und (2) meinen Zuckerkonsum einzuschränken. Der Fleischkonsum übersteigt zwar ohnehin niemals die Menge von zwei Schnitzel pro Woche, aber Fleisch ist kein Klima-freundliches Nahrungsmittel (CO2, Methan), und das ist mir einfach wichtig. Und es ist auch schwer verdaulich. Über den Zuckerkonsum muss ich noch nachdenken, das ist ein grösseres Problem.

Ein hervorragend gutes und sättigendes Gericht habe ich aber entdeckt, das sich bestens als Nachtisch-Ersatz verwenden lässt: Haferflocken in frisch gepresstem Orangensaft, mindestens 2 Stunden zugedeckt eingeweicht. Für länger als 4 Stunden stelle ich es in den Kühlschrank (was aber nicht nötig ist, wenn man es nach dem Frühstück für das Mittagessen vorbereitet). Da kann man dann noch vor dem Verzehr Joghurt oder Sauerrahm und saisonales Obst dazumischen (derzeit nehme ich Erdbeeren), aber der Orangen-Hafer schmeckt auch ohne sehr gut. Am Abend esse ich wenig, meist nur Brot mit Streichkäse und Sauerkraut. Das habe ich auch neu entdeckt: ich esse jetzt jeden Tag Sauerkraut.

Sonstige Aktivitäten? Das ist bei mir immer noch das aktive Musikmachen, Mundharmonika und Gitarre synchron, ich spiele meist abends eine Stunde etwa 3-4 mal die Woche. Das hält mindestens ebenso fit wie Sport, denn es kommt ja eigentlich auf die Übung der Konzentrationsfähigkeit an. Damit ist nicht das Durchhaltevermögen gemeint, sondern das "Im-Augenblick-Leben", die schnelle Reaktionsfähigkeit, das gute Ausgleichen von Fehlern. Und natürlich die Kreativität, denn ich denke mir alle meine Stücke selbst aus, und es reifen immer neue heran.

Das nächstemal werde ich mich mit Erinnerung beschäftigen, denn die gewinnt merkbar an Bedeutung. Da ich kaum mehr Kontakt mit der Außenwelt habe und sich in meinem Leben nichts mehr abspielt, steigt die Vergangenheit verstärkt ins Bewußtsein. Im Augenblick des Todes spielt sich das Leben ja angeblich nochmal im Zeitraffer ab, ich fange am besten schon beizeiten damit an, um dann nicht allzusehr in Stress zu kommen :-)




Comments

Popular posts from this blog

Wandern Notfallmeldung

Meine Software-Entwicklung

Politik