Der Ruhestand beginnt

Dieses Web-Log beginne ich nun mit meinem Alterspensionsantritt. Ich habe vor, als eine Art Lebenszeichen jede Woche hier etwas zu schreiben. Was das sein wird, wird sich zeigen, die IT wird es jedenfalls nicht mehr sein, dafür hatte ich ja ein paralleles Blog hier.

Um die Alterspensionierung muss man aktiv bei der Pensionsversicherungsanstalt ansuchen, zumindest einen Monat vor Erreichung des 65. Lebensahres, von allein findet die nicht statt. Formular gibt es am Internet. Dann muss man sein Bankkonto in ein Pensionskonto umwandeln lassen (damit von der PVA nach dem Tod unbürokratisch zurückgebucht werden kann) und die Kontonummer der PVA schriftlich mitteilen. Man muss auch gemäß der im Arbeitsvertrag stehenden Kündigungsfrist rechtzeitig seinen Arbeitsplatz kündigen.

Ich habe mich auf den Pensionsschock durch zweieinhalb Jahre 50-prozentige Altersteilzeit vorbereitet, darum kann man 5 Jahre vor Pensionsantritt beim Arbeitgeber ansuchen. Der 31. Mai 2024 ist nun mein letzter offizieller Arbeitstag, das ist der letzte Tag meines Geburtsmonats. Durch Verbrauch von nicht konsumiertem aliquoten Urlaub und Zeitausgleich habe ich bereits am 8.5. um 13:00 meinen Dienst-Laptop und Zutrittsmarke abgegeben. Am Tag zuvor haben mir einige Kollegen noch ein nettes gemeinsames Mittagessen zum Abschied bereitet.

Am meisten wird mir jetzt das Eingebundensein in eine Gemeinschaft abgehen. Man verbringt ja mit den Arbeitskollegen viel mehr Zeit als mit Privatleben oder Familie. Nun bin ich wieder auf mich allein gestellt, vergleichbar mit Arbeitslosigkeit. Aber ich kann ja jetzt "Unternehmer" werden, falls das Pensionsgeld für meinen Lebensunterhalt reicht. Ansonst muss ich das sogar, oder wieder Arbeit suchen. Mit 65 ist das in Österreich praktisch unmöglich. Die Lamentiererei um zu wenige IT-Kräfte ist nur Medienrummel der Wirtschaftskammer, die Mangel haben an jungen willigen auch für wenig Geld arbeitenden blonden KarrieristInnen.

Abgesehen vom Geld ergeben sich viele weitere Fragen. Wie teile ich mir meinen Tag ein? Länger schlafen funktioniert nicht, das hab ich schon probiert, ich werde weiterhin um 7 Uhr aufstehen. Aber was tue ich dann? Zuerst ein Frühstück mit Haferflocken, Hafer hilft gegen den bei mir bereits beginnenden Diabetes Typ 2 (zu viele Süßigkeiten, Brot mit Marmelade muss ich mir jetzt abgewöhnen), danach einen lichten Schwarztee. Dann eine Stunde Gymnastik, um die Arthrose in Hüfte, Rücken und Schulter einzubremsen. Eventuell gibt es Einkäufe zu erledigen, das erledige ich mit dem Fahrrad und ergänze damit die Gymnastik. Geistige Betätigung, um die auch bei mir schon grassierende Alzheimersche Vergesslichkeit zu bekämpfen, ist am Vormittag wohl am besten angelegt. Nach dem Mittagessen 1 bis 2 Stunden horizontales Ausruhen, vor allem dann im Sommer, wenn die Hitze kommt. Allerdings bleibt man dann in der Nacht länger auf, aber das macht ja nichts, man muss ja morgens nirgendwo mehr pünktlich sein, das ist vorbei.

Wenn etwas vorbei ist, fängt etwas anderes an. Bei mir wird es künstlerische Betätigung sein. Kolorierte Zeichnungen, aus denen dann vielleicht ein oder mehrere Bilderbücher werden, deren gereimte Texte ich schon vor 20 Jahren geschrieben habe. Und dann die Musik, mit der ich schon so viel Zeit in meinem Leben verbracht habe. Das Mundharmonikabuch muss um die Noten der viele neuen Melodien der letzten Jahre ergänzt werden, die derzeit nur in meinem Kopf vorhanden sind. Dann muss die Druckdarstellung um ein Inhaltsverzeichnis und Seitennummern verbessert werden. Also Computerarbeit steht auch weiterhin an.

Aber eines steht fest: ab nun mache ich nur mehr was ich will! Mal sehen ob sich damit noch einmal eine Verbindung zur Welt ergibt, die beiderseits Wohlgefallen erzeugt. Auf diesem Blog werde ich das jedenfalls dokumentieren. Ich hoffe, dass das Reden über meine zukünftigen Aktivitäten nicht meine einzige Pensionsaktivität sein wird :-)




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