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Showing posts from May, 2024

Vergessen

Im Ruhestand denkt man über alles viel mehr nach als in der Berufstätigkeit. Ich habe dann immer das Gefühl, die Verdichtung meiner Gedanken schriftlich festhalten zu müssen. Was selten gelingt, weil ich ja doch gerade immer irgendetwas tue, z.B. Zähne putzen, und wenn ich damit fertig bin, habe ich den festzuhaltenden Gedanken vergessen. Es ist wie beim Fischen in einem Fluß, alles schwimmt vorbei. Das Vergessen ist eine Erscheinung des Alters. Ein Arzt namens Alzheimer hat es in ein Krankheitsbild gefasst. (Das kann man sich gut merken, indem man es "Altersheimer" nennt:-) Alzheimer soll ab dem Alter von 65 Jahren auftreten. Das exakt ist hierzulande das Pensionsantrittsalter. Und wir haben gedacht, dass wir in der Rente gewinnen, und zwar die Freiheit! Wir sind nicht mehr im "Hamsterrad" der Berufstätigkeit, wir haben unseren Beitrag zum Generationenvertrag geleistet! Das Wort "vergessen" leitet sic...

Die neue Lage

Die "neue Lage" ist die Anzahl der Tage bis zum Abrüsten aus dem Wehrdienst. Ist sie abgelaufen, kann der Soldat wieder ins zivile Leben zurückkehren. Für einen Rentner sind die Tage bis zum Friedhof unbekannt, da gibt es also keine "Lage". (Es sei denn, ein Arzt oder die Pensionsversicherung teilt mit, wie hoch die weitere Lebenserwartung medizinisch oder statistisch ist. Ich bin sicher, dass viele alte Leute dann genau zum vorgeschriebenen Termin ohne feststellbare Ursache sterben würden, denn die Menschen sind immer bemüht, das zu tun, was von ihnen "erwartet" wird.) Die Lage ist also die, dass man nicht weiß, wie alt man werden wird. Möchte man das überhaupt wissen? Angeblich sollte nichts im Leben ungeplant sein, Menschen die nicht alles planen leben einfach in den Tag hinein und tun nichts, vor solcher Lebensweise haben uns unsere Eltern immer gewarnt, genauso wie vor den Rolling Stones. Der Zusammenbr...

Was man eigentlich will

Ich mache nur mehr was ich will, das klingt so befreit. Aber was will ich eigentlich? Besser ist wohl: ich mache was ich kann (das sollte unser Ziel sein). Wenn ich weiterhin machen möchte was ich kann hätte ich nicht die Alterspension antreten sollen. Familie, Urlaub, Hobby. Das machen Pensionisten angeblich. Zu allem was man macht ist Motivation nötig. Junge Menschen möchten in die Gesellschaft und Arbeitswelt aufgenommen werden, das motiviert. Erwachsene versuchen besser zu werden und weiter zu kommen, um Familie zu gründen oder Reichtum zu erlangen, das motiviert. Mit 65 wird man keine Familie mehr gründen, und um reich zu werden ist es reichlich spät. Meine Pensionsphantasie zum Thema Urlaub war immer "Wenn ich mal Zeit habe, gehe ich zu Fuß von Wien nach Nizza", also über die ganze Länge der Alpen. Dieses zumindest dreimonatige Unternehmen werde ich nicht mehr schaffen mit meiner beginnenden Arthrose, die ich nicht durch übertr...

Der Ruhestand beginnt

Dieses Web-Log beginne ich nun mit meinem Alterspensionsantritt. Ich habe vor, als eine Art Lebenszeichen jede Woche hier etwas zu schreiben. Was das sein wird, wird sich zeigen, die IT wird es jedenfalls nicht mehr sein, dafür hatte ich ja ein paralleles Blog hier. Um die Alterspensionierung muss man aktiv bei der Pensionsversicherungsanstalt ansuchen, zumindest einen Monat vor Erreichung des 65. Lebensahres, von allein findet die nicht statt. Formular gibt es am Internet. Dann muss man sein Bankkonto in ein Pensionskonto umwandeln lassen (damit von der PVA nach dem Tod unbürokratisch zurückgebucht werden kann) und die Kontonummer der PVA schriftlich mitteilen. Man muss auch gemäß der im Arbeitsvertrag stehenden Kündigungsfrist rechtzeitig seinen Arbeitsplatz kündigen. Ich habe mich auf den Pensionsschock durch zweieinhalb Jahre 50-prozentige Altersteilzeit vorbereitet, darum kann man 5 Jahre vor Pensionsantritt beim Arbeitgeber ansuchen...